Montag, 24. Dezember 2012

Autoreninterview mit Eckhard Lietz

Herr Lietz, wann haben Sie zu schreiben begonnen?

Ich habe immer gern geschrieben. Wenn ich zu meiner Schulzeit als Hausaufgabe einen Aufsatz zu schreiben hatte, war mein Text im Allgemeinen umfangreicher als die Texte meiner Mitschüler. Später habe ich einige Geschichten für meine Kinder geschrieben. Den ersten Versuch zur Veröffentlichung machte ich erst mit dem Roman »Der tägliche Krieg«.

Woher bekommen Sie Ihre Ideen?

Ich erzähle Geschichten, die es auch in der Wirklichkeit geben könnte. Für Dämonen, Vampire und ähnliche Wesen gibt es in meinem Kopf keinen Platz. Diskussionen über aktuelle politische Fragen geben in der Regel den Anstoß zum Schreiben.

Unter welchen äußeren Bedingungen schreiben Sie am besten?

Ich kann nur schreiben, wenn ich nicht durch Musik, Gespräche oder andere akustische Einwirkungen abgelenkt werde. Also schließe ich die Tür und hoffe, dass das Telefon nicht klingeln wird.

Planen Sie vor dem Schreiben oder entwickelt sich die Handlung beim Schreiben?

Vergleicht man das Entstehen eines Romans mit dem Bau eines Hauses, dann ist der Rohbau in meinen Gedanken fertig, bevor ich mit dem Schreiben beginne. Ich weiß auch in jedem Fall, wie die Geschichte enden wird. Beim Schreiben entwickeln sich die Charaktereigenschaften handelnder Personen. Es kann vorkommen, dass dabei von einer Person ein anderes Bild als ich zunächst dachte, entsteht.

Einige Fragen zu Ihrem Buch »Insolvenz«. War Ihre Erstfassung schon sehr gut oder noch sehr roh?

Selbstverständlich musste ich die Erstfassung überarbeiten; aber sie war schon gut. Ich lasse mir Zeit beim Schreiben. An manchen Tagen schreibe ich nur zwei Sätze an anderen zwei Seiten. Das liegt daran, dass ich mich von vornherein um druckreife Formulierungen bemühe.

Wie kamen Sie auf die Namen der Figuren?

Ich bemühe mich, den Protagonisten Namen zu geben, die auf ihre Rolle im Handlungsablauf hinweisen. Die Namen anderer Figuren sind willkürlich gewählt. Der Name »Geldmacher« für den Gerichtsvollzieher zeigt zwar eine Verbindung zur beruflichen Tätigkeit; aber das war für die Gestaltung der Handlung ohne Bedeutung.

An welchem Text arbeiten Sie jetzt?

Ich schreibe einen Roman über einen Konflikt zwischen einer Regierung und den Einwohnern eines Dorfes. Die Regierung plant zur Förderung der Wirtschaft ein Projekt, das schwerwiegende Eingriffe in die Lebensführung der Dorfbewohner mit sich bringen würde. Diese wehren sich dagegen mit legalen, aber zum Teil überraschenden Mitteln. Den Titel des Romans verrate ich noch nicht.

Wir danken Ihnen herzlich für das Interview!


Leseproben und Download »Insolvenz«:

 

XinXii – mit 50 Seiten Leseprobe

Weitere Formate folgen!

Keine Kommentare: